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Tuberkulose (TBC)

Die Tuberkulose ist eine durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragbare bakterielle Infektionskrankheit, Erreger ist Mycobakterium tuberculosis.

Verbreitung der Tuberkulose

Als Krankheit der Armen ist die Tuberkulose weltweit überall dort weit verbreitet, wo schlechte hygienische Verhältnisse und niedriger sozialer Lebensstandard anzutreffen sind. Weltweit sind etwa 2 Milliarden Personen (ein Drittel der Menschheit) mit Mycobakterium tuberculosis infiziert, etwa 22 Millionen Menschen sind von einer aktiven Erkrankung an Tuberkulose betroffen, von denen knapp die Hälfte Erreger mit dem Bronchialschleim ausscheiden (so genannte offene Tuberkulose). Die Zahl der Neuerkrankungen pro Jahr beträgt weltweit etwa 9 Millionen, die Sterblichkeit wird mit etwa 2 bis 3 Millionen pro Jahr eingeschätzt. Im Vergleich mit diesen gigantischen Zahlen ist Deutschland von der Tuberkulose nur sehr gering betroffen, die Rate an Neuerkrankungen liegt unter 5.000 pro Jahr, die Sterblichkeit unter 500 pro Jahr, die Rate an Neuerkrankungen nimmt kontinuierlich ab.

Tuberkulose in Deutschland

Etwa 25% der in Deutschland registrierten Tuberkulosefälle betreffen Einheimische, etwa 75% Ausländer bzw. in Deutschland geborene Nachkommen aus Ausländerfamilien. Ein großer Teil der Erkrankungen bei Einheimischen rekrutiert sich aus Personen, die die Infektion mit Mykobakterien während des Zweiten Weltkriegs erworben haben und bei denen die Erkrankung auf Grund besonderer Umstände im höheren Lebensalter ausbricht.

Ein erhöhtes Risiko für die Infektion mit Mycobakterium tuberculosis haben in Deutschland zum einen bestimmte soziale Randgruppen wie Obdachlose, Heimbewohner und Alkoholiker, zum anderen Personen mit besonderen medizinischen Problemen (Diabetes mellitus, Silikose, chronische Niereninsuffizienz, Hämodialyse, Zustand nach Organtransplantation, Zustand nach Gastrektomie, lymphoproliferative Erkrankungen wie beispielsweise Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphom etc., Tumoren im Kopf- und Halsbereich sowie in zunehmendem Maße auch eine Immunsuppression durch medikamentöse Behandlungsmaßnahmen (Prednisolon in einer Dosis von mehr als 15 mg täglich, TNF-Alpha-Antikörper bei chronischer Polyarthritis, Methotrexat, Ciclosporin etc.)).

Infektion vs. Erkrankung

Nur etwa 5 bis 10% der infizierten Personen erkranken an Tuberkulose. Bei den übrigen 90 bis 95% bleibt die Infektion auf der Stufe des abgekapselten Primärkomplexes stehen und bereitet während des gesamten Lebens keine weiteren Probleme. Das Risiko einer Erkrankung an Tuberkulose beträgt nach durchgemachter Infektion innerhalb des ersten Jahres 5% und anschließend etwa weitere 5% bezogen auf die gesamte Lebenszeit.

Tuberkulose
Bei Nachweis einer Kaverne besteht große Ansteckungsgefahr
Die klinischen Probleme der Tuberkulose sind vielgestaltig: neben Allgemeinsymptomen (Abgeschlagenheit, Leistungsminderung, Gewichtsabnahme, subfebrile Temperaturen) können bei ausgedehnten Entzündungsherden und Kavernen im Bereich der Lunge Luftnot, Husten und Auswurf auftreten, als besonderes Problem größerer Kavernen ist das Auftreten von Blutbeimengungen zum Auswurf (Hämoptysen) bis hin zum "Blutsturz" (Hämoptoe; massive, meist zum Tod führende Blutung aus einer Kaverne) zu nennen. Ansonsten können beispielsweise eine anhaltende Schwellung im Bereich einer Halsseite, möglicherweise mit Fistelbildung und Entleerung eines eitrigen Sekrets, auf das Vorliegen einer Halslymphknotentuberkulose, oder chronische Rückenschmerzen auf eine Knochentuberkulose hinweisen, was dann eine gezielte weiter gehende Diagnostik erfordert, sofern das mögliche Vorliegen einer Tuberkulose überhaupt berücksichtigt wird, was angesichts der relativen Seltenheit der Erkrankung in Deutschland nicht selbstverständlich ist.

Diagnose

Tuberkulose
Mycobakterien lassen sich mit der ZIEHL-NEELSEN-Färbung mikroskopisch als rote säurefeste Stäbchen sichtbar machen
Die Diagnose der Tuberkulose wird an Hand von Anamnese, klinischen Beschwerden, Röntgenaufnahme des Thorax, Tuberkulintest und mikroskopischer und kultureller Untersuchung des Sputums gestellt.

Mit einem Hauttest (Tuberkulintest) kann geprüft werden, ob ein Organismus jemals mit Tuberkulose infiziert wurde. Gedächtniszellen regen im Fall einer vorbestehenden Infektion die Ausbildung einer spezifischen Entzündung am Ort der Einstichstelle an, wenn abgetötete Tuberkulosebakterien in die Haut injiziert werden. Vorteil des Tests: leicht durchführbar, Nachteil: sehr ungenau, viele falsch positive und falsch negative Ergebnisse, somit keine Sicherheit in der Aussage. IGRA (Interferon Gamma Release Assay): mit diesem Test lässt sich sehr zuverlässig feststellen, ob eine Infektion mit Tuberkulosebakterien tatsächlich stattgefunden hat. Dieser Test gilt mittlerweile als Standard in der Diagnostik der Tuberkulose in Deutschland. Vorteil: leicht durchführbar (einfache Blutentnahme), hohe Treffsicherheit, Nachteil: die Kosten von etwa 125 EUR pro Test werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen (Eigenleistung des Versicherten).

Behandlungsbedürftigkeit

Von einer aktiven und damit behandlungsbedürftigen Tuberkulose ist auszugehen, wenn mikroskopisch säurefeste Stäbchen nachgewiesen und kulturell als Mycobakterium tuberculosis bestätigt wurden, histologisch eine granulomatöse Entzündung mit zentraler Nekrose ("Verkäsung"), eventuell mit zusätzlichem Nachweis säurefester Stäbchen oder gegebenenfalls einer positiven PCR und/oder IGRA erfasst werden und wenn ein typischer radiologischer Befund (Kaverne) vorliegt.

Therapie

Die Behandlung einer aktiven Tuberkulose erfolgt zur Vermeidung einer Resistenzentwicklung der Mycobakterien mit einer Kombinationstherapie aus mehreren (meist 2 bis 5) Medikamenten, die auf Grund der langen Generationszeit der Mycobakterien über mehrere Monate regelmäßig angewendet werden muss.

In der Lungenpraxis Schleswig werden alle zur Erkennung und Behandlung einer Tuberkulose erforderlichen Untersuchungen durchgeführt bzw. veranlasst, die Durchführung und Überwachung einer antituberkulösen Behandlung ist unter ambulanten Bedingungen möglich.



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