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Normaler Schlaf

Erholsamer Schlaf als Voraussetzung für Lebensqualität und Leistungsfähigkeit

Vigilanz
Vigilanz = geistige Wachheit
In der heutigen schnelllebigen Zeit, die wesentlich durch die Maximierung von Leistung und Konsum bestimmt wird, ist eine kontinuierliche Aufmerksamkeit und geistige Wachheit (Vigilanz) auf hohem Niveau erforderlich, um die zahllosen aus der Umwelt eingehenden Informationen aufnehmen und verarbeiten sowie im täglichen Leben gestellte Anforderungen bewältigen zu können.

Die Bereitstellung dieser geistigen Wachheit wird der Erholung und Regeneration im Schlaf zugeschrieben: dauerhafte Leistungsfähigkeit in allen Lebens- und Berufsbereichen kann nur erbracht werden, wenn den Phasen der Beanspruchung und Verausgabung während des Tages eine ausreichende Erholung und Regeneration durch den Schlaf vorausgeht.

Erholung und Regeneration durch Schlaf gelten als selbstverständlich: man wacht morgens ausgeruht auf, geht den Aktivitäten des täglichen Lebens nach, fühlt sich leistungsfähig und denkt nicht weiter über den Schlaf nach. Der kommt am Abend von selbst wieder und wird schon dafür sorgen, dass man am nächsten Morgen wieder ausgeruht erwacht.

Was geschieht im Schlaf?

Schlaf ist kein einfacher Mechanismus wie Abschalten oder Anschalten bestimmter Aktivitäten oder Funktionen, sondern ein sehr komplexer, auf mehreren Ebenen gleichzeitig stattfindender und in vielen Teilen noch unbekannter Prozess, der in bestimmten Sequenzen abläuft und im Ergebnis zu einer körperlichen und seelischen Erholung des Organismus führt.

Die Analyse des Schlafs wird mit dem EEG durchgeführt. Bislang gelingt es nur mit dem EEG, den Aufbau und Ablauf des komplizierten Schlafprozesses (= Schlafarchitektur) abzubilden. Mit dieser an Hand der Schlafstadien und der Schlafzyklen mit Hilfe des EEG rekonstruierten Abbildung (= Hypnogramm) kann beurteilt werden, ob die Prozesse des Schlafs regelrecht ablaufen oder gestört sind.

Schlaf Bei ungestörtem Schlaf werden pro Nacht etwa 4 bis 6 Schlafzyklen durchlaufen, jeder Schlafzyklus dauert zwischen 90 und 120 Minuten. In jedem Schlafzyklus werden in fester Reihenfolge so genannte Schlafstadien durchlaufen, es werden die Leichtschlafstadien S1 (=NREM1) und S2 (=NREM2), die Tiefschlafstadien S3 (=NREM3) und S4 (=NREM4) sowie Traumschlaf (REM = Rapid Eye Movement) unterschieden. Die einzelnen Schlafstadien können an Hand charakteristischer Phänomene im EEG (Graphoelemente) erkannt werden, womit dann das Hypnogramm erstellt werden kann.

Während eines Zyklus in der ersten Nachthälfte werden die Schlafstadien S1 und S2 relativ schnell durchlaufen, S3 und S4 haben einen großen Anteil am gesamten Schlafzyklus. Anschließend werden die Schlafstadien von S4 nach S1 "rückwärts" durchlaufen, es schließt sich eine kurz dauernde Phase von REM-Schlaf (= Traumschlaf) an. Anschließend beginnt ein neuer Schlafzyklus. Während eines typischen Schlafzyklus der zweiten Nachthälfte werden die Schlafstadien S1 bis S3 recht zügig durchlaufen, S4 wird so eben noch oder nicht mehr erreicht, anschließend erreicht der Zyklus über S3, S2 und S1 eine lange REM-Phase, die etwa so lange dauert wie S4 in einem Schlafzyklus aus der ersten Nachthälfte. Der Schlaf der ersten Nachthälfte mit großen Anteilen von Tiefschlaf (S3 und S4) führt zur körperlichen Erholung und Regeneration, der Schlaf der zweiten Nachthälfte mit großen Anteilen von REM-Schlaf bewirkt die psychische und mentale Erholung und Regeneration.

Ungestörter Schlaf
Gute Erholung, hohe Vigilanz und Leistungsfähigkeit.

Ungestörter Schlaf

Viel mehr ist über die Physiologie und die Funktion des Schlafs trotz nunmehr etwa 70 Jahre intensiver Schlafforschung nicht bekannt. Wenn die Prozesse in der dargestellten Weise ablaufen, führt dies zu erholsamem Schlaf mit guter Leistungsfähigkeit und ausreichender Vigilanz für den folgenden Tag.


Fragmentierter Schlaf
Keine Erholung, Vigilanz und Leistungsfähigkeit nehmen ab.

Gestörter, fragmentierter Schlaf

Wird dieser komplexe Schlafprozess unterbrochen oder anderweitig gestört, wird die komplexe Architektur des Schlafprozesses zerstückelt ("fragmentiert"), und die Erholung und Regeneration durch den Schlafprozess findet nicht mehr oder nur noch eingeschränkt statt.




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