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Tabak-/Nikotinabhängigkeit, Nikotinsucht

Tabakabhängigkeit

Die Tabakabhängigkeit ist ein globales Problem, die Zahl der Todesfälle durch tabakassoziierte Erkrankungen wird weltweit auf 4 Millionen pro Jahr geschätzt. Allein in Deutschland sterben jedes Jahr etwa 140.000 Menschen an den Folgen des inhalativen Tabakrauchens, dies sind etwa 320 Tote täglich. Während in den U.S.A. die Problematik bereits zu entsprechenden gesetzlichen Regelungen geführt hat und auch in Europa langsam ein Prozess zum Umdenken einsetzt, hat die Tabakindustrie in den großen Schwellenländern Asiens und Lateinamerikas (Indien, China, Brasilien) gewinnträchtige Wachstumsmärkte gefunden, die mit entsprechender Werbung das Problem in den kommenden Jahren und Jahrzehnten weltweit erheblich verschärfen werden.

Tabakabhängigkeit = Nikotinabhängigkeit

Der Stoff, um den sich beim Rauchen alles dreht, ist Nikotin, ein in der Tabakpflanze enthaltenes Alkaloid, das durch seine besonderen biochemischen Eigenschaften in der Lage ist, aus der Lunge über das Blut sehr schnell ins Gehirn zu gelangen, um dort Glückshormone auszuschütten und so das Rauchvergnügen auszulösen, das den Raucher immer wieder dazu bringt, sich eine neue Zigarette anzuzünden und sich den begehrten Stoff erneut zuzuführen.

Was macht Rauchen so gefährlich?

Um diesen einen Stoff (Nikotin) zu bekommen, führt sich ein Raucher mit jedem Zug aus der Zigarette mehr als 4.000 weitere Stoffe zu, die bei der Verbrennung des Tabaks entstehen und zusammen mit dem im Tabakrauch enthaltenen Nikotin inhaliert werden. Dieser Cocktail ist extrem giftig: Würde die gleiche Konzentration an Schadstoffen, die ein Raucher mit jedem Zug inhaliert, in der Raumluft an einem Arbeitsplatz vorliegen, so müssten nach den geltenden Vorschriften sämtliche Beschäftigte dort Atemschutzmasken tragen. Die im Tabakrauch enthaltenen Stoffe führen zu Herzinfarkt, Schlaganfall, Arterienverkalkung und vor allem zu gravierenden Lungenerkrankungen: Lungenkrebs und COPD.

Nikotinabhängigkeit

Die meisten Raucher wollen aufhören

Etwa ein Drittel aller Raucher trägt sich ernsthaft mit dem Gedanken, das Rauchen aufzugeben, etwa ein Viertel aller Raucher hat bereits einen gescheiterten Versuch hinter sich. Dies zeigt, dass die meisten Raucher um ihre Sucht und die damit verbundenen gesundheitlichen Probleme wissen. Insbesondere beim Auftreten erster Folgekrankheiten wird die Bereitschaft größer, sich dem Problem zu stellen und durch aktive Suche nach Hilfe Rauchfreiheit zu erreichen.

Möglichkeiten der Behandlung

Auf Grund der klaren Zusammenhänge beinhaltet nahezu jedes seriöse Angebot zur Raucherentwöhnung als Basis eine Nikotinersatztherapie. Meist werden zusätzlich andere Maßnahmen angeboten. Die besten Aussichten auf einen stabilen und langfristigen Erfolg hat die Niktoinersatztherapie in Verbindung mit verhaltenstherapeutischen Maßnahmen zur Änderung eingefahrener Gewohnheiten, gegebenenfalls unterstützt durch weitere Medikamente (Zyban, Chambix). Hypnose und Akupunktur haben keinen gesicherten Effekt in der Raucherentwöhnung, die meisten so behandelten Personen werden über kurz oder lang rückfällig.

Was geschieht in der Lungenpraxis Schleswig?

Auch wir haben kein Patentrezept für Sie, bieten Ihnen jedoch in jeder Phase der Tabakabhängigkeit Unterstützung. Wir sehen unsere Aufgabe im wesentlichen darin, die nach dem derzeitigen Kenntnisstand beste medizinische Betreuung von Rauchern zu gewährleisten. Das Vorgehen orientiert sich an den "5A" der Tabakentwöhnung:

ASK Erfrage und erfasse systematisch Raucher bei jedem Besuch (seit wann er raucht, wie viel er raucht etc.)
ADVISE Empfiehl jedem Raucher aufzuhören. Biete ihm dazu in einer kurzen und prägnanten Art einige gute Gründe an.
ASSESS Evaluiere die Bereitschaft des Patienten, mit dem Rauchen aufzuhören.
ASSIST Wenn der Patient bereit ist aufzuhören, hilf ihm dabei. Erstelle mit ihm gemeinsam einen Managementplan.
ARRANGE Vereinbare Follow-up Besuche bzw. weitere Kontakte.


Weitere Informationen zum Thema Raucherentwöhnung finden Sie unter



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