Inhalationsallergene
Kennzeichen der Erkrankungen durch Inhalationsallergene sind ihr Auftreten und ihre Verschlimmerung unmittelbar nach Allergenkontakt. Oft reichen hier bereits geringe Mengen des auslösenden Stoffs aus, um beachtliche Reaktionen an den Atemwegen hervorzurufen. Die jahreszeitliche oder auch tageszeitliche Abhängigkeit der Symptome weist auf die allergische Ursache hin. So sind klinische Beschwerden in den Monaten Februar bis Mai eines jeden Jahres meist durch Baumpollen verursacht, Symptome in den Monaten Mai bis September eines jeden Jahres weisen auf eine relevante Allergie gegen Gräser- und/oder Kräuterpollen hin. Beschwerden in den Wintermonaten sind oft durch eine allergische Sensibilisierung gegen Hausstaubmilben verursacht.
Allergie gegen Pollen, "Heuschnupfen"
Die allergische Sensibilisierung gegen Baumpollen, Gräserpollen oder Kräuterpollen führt zu klinischen Beschwerden (Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, Asthma) während bestimmter Monate im Jahr, Details finden sich im nebenstehenden Pollenflugkalender. Durch Pollen verursachte allergische Erkrankungen zeigen in den letzten Jahren eine stark zunehmende Tendenz. Derzeit leiden in etwa 20% der Bevölkerung in Deutschland an einer allergischen Rhinitis, etwa die Hälfte davon erkrankt im Laufe ihres Lebens an Asthma. Somit sollte bei lange bestehendem Heuschnupfen das Auftreten von Husten nicht als banale Erkältung fehlgedeutet, sondern die Entstehung eines Asthma berücksichtigt und eine weitergehende Diagnostik zur Klärung veranlasst werden.

Zur Behandlung einer durch Pollen verursachten allergischen Erkrankung (Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, Asthma) bietet sich neben der kontinuierlichen Anwendung einer antientzündlichen Behandlung die Durchführung einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) an.
Allergie gegen Hausstaubmilben
 Hausstaubmilbe, 300 µm groß, Lebensdauer 4 Monate. Bevorzugter Lebensraum: Möbel, Teppiche, Matratzen, Vorhänge, Bettzeug, Plüschtiere. Problem: Allergien durch Milbenkot Bestimmte Proteine der Ausscheidungsprodukte von Hausstaubmilben können zu schweren chronischen allergischen Erkrankungen (Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, Asthma) führen. Etwa 80% des allergischen Asthma im Kindesalter sind durch Hausstaubmilben verursacht.
Hausstaubmilben sind kleine, mit bloßem Auge noch so eben sichtbare Spinnentiere mit einer Größe von 300 µm, die in der unmittelbaren Umgebung des Menschen und von Haustieren leben, sich von menschlichen und tierischen Hautschuppen ernähren und auf eine feuchte und nicht allzu kühle Umgebung angewiesen sind. Optimale Lebensbedingungen finden Hausstaubmilben somit im Bett des Menschen, wo für täglich etwa 8 Stunden (Nachtschlaf) geradezu paradiesische Verhältnisse für die Milben herrschen. So findet sich die größte Milbendichte verständlicherweise in Matratzen, Kissen und Bettdecken. Aber auch Möbel, Teppiche, Vorhänge und Plüschtiere bieten den Milben gute Bedingungen zum Leben, der gewöhnliche Hausstaub besteht bis zu 80% aus Milbenallergenen. Durch spezielle Sanierungsmaßnahmen kann die Dichte an Milben im häuslichen Milieu zwar spürbar reduziert werden (Absenkung auf etwa 70% des ursprünglichen Niveaus), die völlige Ausschaltung einer Belastung durch Hausstaubmilben lässt sich jedoch auch bei konsequenter Anwendung von Sanierungsmaßnahmen nicht erreichen.
Zur Behandlung einer durch Hausstaubmilben verursachten allergischen Erkrankung (Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, Asthma) bieten sich neben der kontinuierlichen Anwendung einer antientzündlichen Behandlung die Umsetzung von Sanierungsmaßnahmen und die Durchführung einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) an.
Allergie gegen Tiere
Kennzeichen der durch Tierallergene ausgelösten allergischen Erkrankungen (Rhinitis, Rhinokonjunktivitis, Asthma) sind klinische Beschwerden nach Tierkontakt. Neben den traditionellen Haustieren wie Katze, Hund, Pferd und Meerschweinchen spielen zunehmend "moderne" Haustiere (Ratten, Mäuse) eine große Rolle als Allergenträger.
Die sinnvollste Behandlung einer Allergie gegen bestimmte Tiere stellt die Vermeidung eines intensiven Kontaktes dar, eine Abschaffung des Haustiers ist nur in besonderen Fällen erforderlich. Ansonsten ist die Durchführung einer antientzündlichen Behandlung die Behandlungsmethode der Wahl.
Allergie gegen Schimmelpilze
Eine allergische Reaktion gegen Schimmelpilze wird - insbesondere bei sichtbarem Schimmelpilzbefall der Wohnung - oft vermutet, lässt sich jedoch vergleichsweise selten als Ursache eines Asthma, einer Rhinitis oder Rhinokonjunktivitis nachweisen. Die Diagnostik einer Schimmelpilzallergie erfolgt in der Lungenpraxis Schleswig an Hand des nebenstehenden Ablaufschemas.
Auch wenn eine Allergie gegen Schimmelpilze nicht nachgewiesen werden kann, sollte eine Sanierung des Wohnraums durch bauliche Maßnahmen erfolgen: Schimmelpilze sondern giftige Substanzen ab und haben in einer gesunden Wohnumgebung nichts zu suchen. Zudem sind Schimmelpilze in der Lage, vorbestehende Atemwegserkrankungen anhaltend zu verschlimmern.
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