COPD
 Asthma und COPD sind die großen Volkskrankheiten der Atemwege. Mindestens 5 Mio., wahrscheinlich jedoch etwa 8 Mio. Menschen sind an COPD erkrankt. Die COPD (chronisch obstruktive Atemwegserkrankung) ist eine sich langsam entwickelnde Krankheit der Bronchien und der Lunge, die durch eine fortschreitende Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität, hervorgerufen durch einen Zerfall der Lungenfunktion und der Atemreserven, gekennzeichnet ist.
Ursache der COPD ist zu etwa 90% das inhalative Tabakrauchen, seltenere Ursachen sind angeborene Lungenerkrankungen, massive Staub- und Rauchexposition im Arbeitsumfeld (Bergleute, Kesselschweißer etc.). Auch der angeborene Alpha-1-Proteinase-Inhibitor-Mangel kann zur Entwicklung einer COPD führen.
 Lungenkrebs, COPD, Herzinfarkt, Schlaganfall, Raucherbein, Falten, Pickel, Impotenz. Es gibt KEINE Krankheit, die sich durch Rauchen bessert! In Deutschland rauchen derzeit 39% der erwachsenen Männer und 31% der erwachsenen Frauen, dies sind etwa 17 Millionen Raucher. Interessanterweise erkranken nur etwa 20% aller Raucher an einer COPD, allerdings ist andererseits festzustellen, dass fast alle Patienten mit einer COPD Raucher sind bzw. waren. Zudem kann die "Lizenz zum Weiterrauchen" auch bei einer normalen Lungenfunktion nicht erteilt werden, da das Auftreten anderer durch Tabakrauch verursachter Erkrankungen (Bronchialkarzinom, Herzinfarkt, Schlaganfall, arterielle Verschlusskrankheit etc.) zu berücksichtigen ist.
Symptome der COPD
 Zu spät erkannt, zu spät behandelt. Je früher der erste Arztkontakt stattfindet, desto besser. Die COPD beginnt schleichend mit einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit, als erstes Symptom wird meist Kurzatmigkeit bei stärkeren körperlichen Anstrengungen angegeben, wobei dieses Symptom wegen einer gleichzeitig bestehenden geringen körperlichen Aktivität oft nicht wahrgenommen wird. Mit zunehmendem Zerfall der Lungenfunktion treten stärkere klinische Beschwerden mit Einschränkung bei den Aktivitäten des täglichen Lebens auf, rasches Gehen auf ebener Erde, Treppensteigen und Tragen von Lasten werden zum Problem, recht spät erfolgt dann der erste Arztkontakt, der dann zur Feststellung des Vorliegens einer COPD mit weit fortgeschrittener Lungenfunktionseinschränkung führt. Viele Patienten suchen jedoch auch bei gravierenden Beschwerden keinen Arztkontakt.
Diagnose der COPD
 Bei eingeschränktem Lungenfunktionsmesswert FEV1 nimmt die Leistungsfähigkeit deutlich ab. Die Abnahme der Leistungsfähigkeit lässt sich gut am FEV1, einem leicht bestimmbaren Lungenfunktionsmesswert, abschätzen: COPD-Patienten mit einem FEV1 von 80% des Sollwertes geben Atembeschwerden bei stärkeren Belastungen (Treppensteigen über mehrere Etagen) an. Patienten mit einem FEV1 zwischen 50 und 60% des Sollwertes klagen über Einschränkungen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens (Treppensteigen von einer Etage, rasches Gehen auf ebener Erde, Bergangehen etc.). Patienten mit einem FEV1 von 30% des Sollwertes sind in erheblichem Maße eingeschränkt und können sich allenfalls noch in der Wohnung ohne das Auftreten von Beschwerden bewegen. Hier besteht häufig Pflegebedürftigkeit.
Die Abgrenzung der COPD zu anderen Lungenkrankheiten ist wichtig, oft auch schwierig. Nicht selten sind Mischbilder aus Asthma und COPD anzutreffen.
Zur weiteren Diagnostik der COPD werden die Blutgasanalyse in Ruhe und unter Belastung, die Spiroergometrie, FeNO, Röntgenaufnahmen der Lunge, die thorakale Computertomografie und eventuell auch die Bronchoskopie eingesetzt. Mit diesen Untersuchungen gelingt eine exakte Diagnose, differenzierte Behandlungsvorschläge können erarbeitet werden.
Therapie der COPD
Die Behandlung der COPD ist vielfältig, im Vordergrund steht die Ausschaltung der Ursache der COPD, was in den meisten Fällen die Auseinandersetzung mit dem Thema Tabakentwöhnung bedeutet. Medikamente sind bei der COPD nur begrenzt wirksam, hier muss oft im Laufe einer längeren Überwachung herausgefunden werden, welche Behandlung bzw. Behandlungskombination als besonders wirksam empfunden wird. Generell ist bei Vorliegen einer COPD die regelmäßige Wahrnehmung körperlicher Aktivität als etablierte Behandlungsmaßnahme zu empfehlen, die in Form von Lungensport in der Lungenpraxis Schleswig angeboten wird. Als zusätzliche Optionen der Behandlung einer COPD steht bei Nachweis einer respiratorischen Insuffizienz die Sauerstofflangzeitbehandlung mit verschiedenen Systemen zur Verfügung, in ausgewählten Fällen kommt eine chirurgische Behandlung (Volumenreduktion, Resektion größerer Blasen) in Betracht. Bei Nachweis eines Alpha-1-PI-Mangels wird eventuell eine Substitutionsbehandlung durchgeführt.
In der Lungenpraxis Schleswig wird COPD erkannt und adäquat behandelt. Neben medikamentösen Behandlungen werden auch nicht medikamentöse Maßnahmen wie Respiratorische Trainingstherapie (RES-TT), Schulungen und Sauerstofflangzeittherapie eingesetzt, um auf mehreren Ebenen eine Verbesserung der Befindlichkeit und Lebensqualität für die betroffenen Patienten zu erreichen.
|