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Allergien, Allergische Erkrankungen

Hyposensibilisierung
IgE-Antikörper (Immunglobulin E) binden an Mastzellen und lösen die allergische Sofortreaktion aus
Die Lunge steht mit der Umwelt in sehr intensivem Kontakt, täglich werden etwa 10.000 Liter Luft (Inhalt eines Heißluftballons) ein- und ausgeatmet. Angesichts eines derart großen Volumens ist leicht verständlich, dass in der Umgebungsluft befindliche Partikel und Aerosole in engen und permanenten Kontakt mit den Schleimhäuten der Atemwege gelangt und so den Organismus erreichen.

Einige dieser in der Umgebungsluft enthaltenen Stoffe können nach Inhalation und Schleimhautkontakt Allergien auslösen, diese Stoffe werden daher als Inhalationsallergene bezeichnet. Die Inhalationsallergene werden nach dem Auftreffen auf die Schleimhaut der Atemwege von spezialisierten Zellen aufgespürt und dem Immunsystem präsentiert. Durch eine Fehlprogrammierung werden von den Immunzellen nicht die für eine normale Abwehr erforderlichen IgG-Antikörper, sondern IgE-Antikörper gegen das Allergen gebildet, womit das Desaster seinen Lauf nimmt: IgE-Antikörper lagern sich an in der Schleimhaut befindliche Mastzellen an und führen zu einer Freisetzung entzündungsfördernder und kreislaufaktiver Stoffe, die in Abhängigkeit vom Schweregrad und Ausmaß entweder nur lokal im Bereich der Schleimhäute entzündliche Veränderungen oder aber auch generalisiert im gesamten Körper Beschwerden und mitunter auch lebensbedrohliche Kreislaufprobleme hervorrufen.

Neben den Inhalationsallergenen sind jedoch auch anderweitig mit dem Körper in Kontakt gelangende Stoffe (Medikamente, Nahrungsmittel, Insektengift) in der Lage, Allergien vom Soforttyp auszulösen und schwere allergische Krankheiten hervorzurufen.

Die in der Lungen- und Bronchialheilkunde bedeutsamsten Erkrankungen umfassen

  • allergische Rhinitis und Rhinokunjunktivitis ("Heuschnupfen") mit den typischen Beschwerden Schnupfen, Behinderung der Nasenatmung, Niesreiz, eventuell zusätzlich Augentränen oder Fremdkörpergefühl im Auge.
  • allergisches Asthma mit nach Allergenkontakt auftretenden oder sich verstärkenden Asthmasymptomen
  • pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie mit im Verdauungstrakt auftretenden klinischen Symptomen (Juckreiz und pelziges Gefühl im Mund und Rachen, Magenschmerzen, Durchfall, eventuell Ausschlag) nach Genuss von Obst und anderen Nahrungsmitteln bei 25% aller Personen mit Pollenallergie
  • anaphylaktischer Schock als Extremform einer allergischen Reaktion mit innerhalb weniger Sekunden nach Allergenkontakt auftretenden lebensbedrohlichen Kreislaufproblemen ("Schock"), meist hervorgerufen durch Medikamente (besonders häufig Novalgin, Antibiotika), Nahrungsmittel (vor allem Nüsse bei kleinen Kindern) und Insektengift (Wespen, Bienen).

Die in der Lungen- und Bronchialheilkunde bedeutsamsten Allergene und die resultierenden Erkrankungen werden nachfolgend eingehender dargestellt:



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